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Musikermedizin

Wolfram Herscu hat außer Medizin auch Musik studiert und ist ausgebildeter Instrumentalpädagoge, Hauptfach Gitarre. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Musikermedizin und Behandlung von Musikern in der Musikersprechstunde. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit hat er auch einen Lehrauftrag (Seminar: Psychophysische Aspekte des Musizierens) an der Hochschule für Musik Saar. Er ist außerdem Mitglied der der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin.

Erkrankungen von Musikern
Musizieren ist eine hochspezialisierte Tätigkeit mit oft einseitigen Belastungen für den Körper und die Psyche. In der Musikersprechstunde sollte der behandelnde Arzt Kenntnisse haben über die spezifischen Belastungen und Anforderungen. In dieser Sprechstunde ist die Untersuchung des Musikers am Instrument erforderlich, um Ursachen für Beschwerden zu erkennen.
Studien zeigen, dass Musiker unter erheblichen gesundheitlichen Problemen leiden, die Folge des Musizierens sind oder die das Musizieren beeinträchtigen. Etwa 45 Prozent  aller Musikstudenten nehmen während des Studiums wegen musikerpezifischer gesundheitlicher Probleme  professionelle Hilfe in Anspruch. Musiker werden häufig frühberentet. Neben der Behandlung von Musikern ist Prävention eine wichtige Aufgabe der Musikermedizin. Bereits In der Musikschule besteht die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass musikerspezifische Erkrankungen nicht entstehen. Sind Beschwerden aufgetreten, sollte ein Arzt/Musikmediziner konsultiert werden, der eine Musikersprechstunde anbietet.

Musikersprechstunde: Leistungsspektrum meiner Praxis

  • Behandlungen der neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.
  • bei speziellen Problemen Beratung und Weiterleitung zu Fachärzten, die Erfahrung in der Behandlung von Musikern haben
  • präventive Schulungen, z. B. bei Lampenfieber, Übungsmethoden erarbeiten – Stichwort mentales Training etc.
  • Supervision von Ensembles
  • Beratung bezüglich der anatomischen Voraussetzungen bei geplantem Musikstudium
  • Beratung vor dem Kauf eines Instrumentes aus medizinisch-anatomischer Sicht
  • Behandlung von Musikerdystonien auch mit Botulinumtoxin 

Ablauf der Untersuchung in der Musikersprechstunde
Beschwerden können sowohl im Zusammenhang mit der Spieltechnik als auch mit den anatomischen Voraussetzungen stehen oder Folge einer anderen Erkrankung sein. Zunächst ist eine gründliche Anamnese (Krankengeschichte) erforderlich. Die körperlich-neurologische Untersuchung sollte möglichst auch am Instrument erfolgen. Abhängig von den Beschwerden werden weitere technische Untersuchungen erforderlich sein.

Anamnesebogen für Musiker
Bewegung – die Musik des Körpers
Die Mehrzahl der Beschwerden ist auf funktionelle Fehlbelastung zurückzuführen. Bewegungsprobleme der Hand beispielsweise sind oft durch Koordinationsstörungen im Schulter-Nacken-Bereich begründet. In der Musikersprechstunde werden die individuellen Bewegungsmuster auf dem Instrument analysiert und ausgewertet, Alternativen aufgezeigt und erarbeitet – möglichst ohne Medikamente, Spritzen und Skalpell.
Die Analyse des Übens gehört neben der Untersuchung am Instrument zu den wichtigen Themenbereichen. Stichpunkte sind hier: Übezeiten, Pausen, Warming up und Cooling Down, Ausgleichssport, Entspannungstechniken  sowie mentales Training.
 
Hier ein vorbereitender Fragebogen zum Download

Typische Risiken beim Instrumentalspiel

  • Schultergelenk: Überlastung von Sehnen und Muskelansätzen, schmerzhafte Schulter
  • Störungen bei der Feinkoordination der Hände und Finger
  • Gesicht: Koordinationsschwierigkeiten von Lippen, Zunge und Rachen
  • Zwerchfellverkrampfungen und Zwischenrippenmobilisierungen beeinträchtigen die Atmung
  • akute und chronifizierte Überlastungssyndrome: Ellbogen, Schulter, Hände
  • anatomische Besonderheiten: Schulterschiefstand, Skoliose
  • technische Probleme: Platzierung der Schultern, Zentrierung der Gelenke
  • Schwerhörigkeit
  • Fokale Dystonien
  • Seelische Belastungen am Arbeitsplatz Orchester, wie Leistungsdruck und Konkurrenz, zunehmende Dienstbelastung bei Personaleinsparungen im Orchester

Weiterführende Links:

http://www.dgfmm.org/
http://www.artsmed.org/
http://www.hfm.saarland.de/index.php?id=36